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Pfarrerin Eva Engler geht in Ruhestand

DekanatPfarrerin Eva Engler

Krankenhausseelsorgerin Eva Engler geht in den Ruhestand. Am Donnerstag, 2. Februar, 15 Uhr, wird sie durch Propst Stephan Arras in einem Gottesdienst in der Stiftskirche verabschiedet. Mehr als 13 Jahre lang war sie im evangelischen Krankenhaus Agaplesion Elisabethenstift tätig, davor im Marienhospital und zusätzlich im Altenheim und Hospiz.

Sehen, bleiben und Beziehungen knüpfen
Darmstädter Krankenhausseelsorgerin Eva Engler geht in den Ruhestand

Die Bilder in ihrem Büro drücken aus, worum es ihr vor allem geht: um Beziehungen. Acht Gemälde zeigen verschiedene Perspektiven zum Thema, gemalt hat sie Eva Engler selbst. Die Krankenhausseelsorgerin mit der künstlerischen Ader geht jetzt in den Ruhestand. Am Donnerstag, 2. Februar, 15 Uhr, wird sie durch Propst Stephan Arras in einem Gottesdienst in der Stiftskirche auf dem Gelände des Agaplesion Elisabethenstifts verabschiedet.

Mehr als 13 Jahre lang hat die Seelsorgerin in dem evangelischen Krankenhaus in Darmstadt gewirkt. Davor war sie seit dem 1.1.1999 im Marienhospital tätig. Zusätzlich zur Krankenhausseelsorge hatte Eva Engler einen Stellenanteil in der Altenheim- und Hospizseelsorge im Evangelischen Dekanat.

Ihre Hauptwirkungsorte waren Palliativstation und Geriatrie. Als die Corona-Pandemie ausbrach, hat sie sich während der Lockdowns zudem verstärkt um die alten Menschen im Wohn- und Pflegebereich des Elisabethenstifts gekümmert. „Da war die Not am größten“, sagt die Theologin. Weil auch keine Gottesdienste in der Kirche stattfinden konnten, feierte sie diese immer wieder mit den Bewohnerinnen und Bewohnern auf den Wohnbereichen. Impfung, tägliche Tests und Maske im Krankenhausbetrieb sind für Eva Engler bis heute selbstverständlich. In der Corona-Zeit entstanden auch ihre schriftlichen Impulse. Jede Woche verfasste sie einen geistlichen Text mit einem meist selbst gemachten Foto, hängte die Blätter auf den Stationen aus und sandte die Impulse per Mail an einen großen Verteiler auf dem Campus. Inzwischen sind es 135.

„Sehen und bleiben“ ist Eva Englers Motto. So entstehe Beziehung. „Das Gefühl, nicht gesehen zu werden, ist die größte Not“, weiß Eva Engler. Als Seelsorgerin nehme sie sich Zeit, die das Klinikpersonal nur selten habe. Gerade in der Pandemie sei ihr Besuch vielen kostbar gewesen, als niemand oder nur wenige kommen durften. „Das Krankenhaus ist immer wie eine Gemeinde mit ständig wechselnden Mitgliedern“, zieht sie einen Vergleich.

Eva Engler hat zwei Therapieausbildungen, auch eine in Kunsttherapie, absolviert und ist selbst als Dozentin von Seelsorge-Kursen tätig gewesen. Gemeinsam mit anderen Seelsorgerinnen hat sie auch Ehrenamtliche im Besuchsdienst ausgebildet und viele Trauergruppen geleitet. Im Krankenhaus hat sie neben der persönlichen Seelsorge auch Erinnerungsgottesdienste für Angehörige in der Stiftskirche gefeiert und live übertragen lassen, als sonst kein Publikum möglich war. Sie hat mit ihren Kolleginnen der Klinikseelsorge neue Mitarbeitende im Krankenhaus in kirchliche Themen wie die Diakonie eingeführt sowie Andachten bei Begrüßungen, Verabschiedungen oder Jubiläen gehalten.

Über ihre Aufgaben in der Seelsorge hinaus engagierte sich Eva Engler in der Synode und später im Synodalvorstand des Evangelischen Dekanats sowie bis heute im Vereinsvorstand der Ehe-, Familien- und Lebensberatung. Ihr großes Anliegen ist es weiterhin, sich für übergemeindliche Pfarrstellen wie Klinik-, Hospiz-, Trauer- und Altenseelsorge einzusetzen und diese zu vernetzen, um zukunftsfähig zu bleiben, wie sie sagt.

Aufgewachsen in Unterfranken absolvierte Eva Engler ihr Studium in Frankfurt und Mainz, anschließend ihr Vikariat in einer Schwarzwald-Gemeinde. Nach dem endgültigen Umzug nach Darmstadt wechselte die Mutter dreier Kinder in die Alten- und Hospiz- und Klinikseelsorge. Nebenher pflegt Eva Engler ihr großes Hobby, die Malerei. Sie mietete ein eigenes Atelier und zeigte Ausstellungen an kirchlichen und anderen Orten.

Was sie sich für den Ruhestand vorgenommen hat? „Erstmal aufräumen“, sagt die Fünfundsechzigjährige. Im Vorstand der Ehe-, Familien- und Lebensberatung möchte sie weiter mitarbeiten, genauso wie in der Trauerbegleitung. Und darauf, dass sie jetzt mehr Zeit für die Enkel hat, freut sie sich ebenfalls. „Und dann mal sehen, was kommt“, so Eva Engler.

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