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Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse verabschiedet

DekanatUlrike Schmidt-Hesse

Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse ist am 28. April im Gottesdienst in der Stadtkirche, der auch live übertragen wurde, durch Propst Stephan Arras verabschiedet worden. Beim anschließenden Empfang mit vielen Gästen aus dem Dekanat und von vorigen beruflichen Stationen wurde Ulrike Schmidt-Hesses Wirken auf vielfache Weise gewürdigt. (Zu Bericht und Porträt bitte das Bild oder die Überschrift anklicken.)

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Leben aus der Hoffnung
Ulrike Schmidt-Hesse als Dekanin in Darmstadt verabschiedet

Der Live-Mitschnitt kann nach wie vor auf YouTube angesehen werden: https://youtu.be/KvbhNrau7bg

In einem feierlichen Gottesdienst ist Ulrike Schmidt-Hesse als Dekanin in Darmstadt verabschiedet worden. Propst Stephan Arras entpflichtete sie und segnete sie am 28. April in der Stadtkirche. Viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter aus ihren fast acht Jahren Amtszeit in Darmstadt und ihren vorhergehenden beruflichen Stationen in Gemeinde und Ökumene waren zum Gottesdienst gekommen, zu dem Dr. Annette Laakmann, Vorsitzende der Dekanatssynode, begrüßte. Kantor Christian Roß und Mitglieder der Darmstädter Kantorei gestalteten ihn bewegend mit Stücken aus verschiedenen Zeiten mit.

Propst Stephan Arras hob Gaben Ulrike Schmidt-Hesses hervor, etwa, dass sie Menschen förderte und ihnen etwas zutraute oder dass sie Brücken gebaut hat zwischen Konfessionen, Religionen oder auch zwischen Kirche und Stadt. Sie habe sich in ihrem Beruf als Pfarrerin berufen gefühlt, „für und mit Menschen zu arbeiten und die Liebe Gottes sichtbar werden zu lassen“. Er dankte der scheidenden Dekanin für die vielfältige Art ihres Wirkens.

In ihrer leidenschaftlichen Predigt über einen Text aus dem ersten Petrusbrief sprach Ulrike Schmidt-Hesse über ein Leben aus der Hoffnung in schwierigen Zeiten: der Krieg in der Ukraine, Menschen auf der Flucht, Klimakrise, Corona-Pandemie - „all diese Entwicklungen überlagern sich, auch in ihren wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen, und sie treffen auf sich durch Digitalisierung und Globalisierung ohnehin schon stark verändernde Lebens- und Arbeitswelten“, so Ulrike Schmidt-Hesse. Menschen suchten Orientierung und Halt. Die Anerkennung von Vielfalt und soziale Gerechtigkeit, Teilhabe aller, müsse in all dem ein zentrales Thema sein.

„Die Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten, die Hoffnung auf Gottes neue Welt, ermutigt uns, ja sie fordert uns heraus, uns der Realität von Gewalt und Tod zu stellen, Anteil zu nehmen am Leiden und an der Not von Menschen“, so Ulrike Schmidt-Hesse. Dabei gehe es um „teure Hoffnung“, die Osterhoffnung, die Leiden und Schmerz, Unsicherheit und Anfechtung kennt, „aus der und mit der wir als weltzugewandte, kritische Zeitgenossen und Zeitgenossinnen leben können“. Sich dieser Hoffnung gewiss zu werden, heiße, sich auf den Weg zu machen. Drei Dimensionen habe dieser: nach dem ökumenischen Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens die „via positiva“, „via negativa“ und „via transformativa“. In der Kraft des Heiligen Geistes könnten Menschen in der Erfahrung von Kraftorten und Schmerzpunkten verwandelt werden und zur Verwandlung beitragen, „mit Vertrauen, Mut und Mitgefühl ihr Leben und die Welt gestalten und zu Hoffnungsträgern und -trägerinnen werden“.

Beim Gottesdienst wirkten außerdem mit: Dr. Raimund Wirth, Carin Strobel, der katholische Dekan Dr. Christoph Klock, die Leiterin des regionalen Diakonischen Werks, Edda Haack, Dr. Jun-Suk Kang vom Kirchenvorstand der Koreanischen Evangelischen Gemeinde im Rhein-Main-Gebiet, Sophia Dzieia, Vorsitzende der Evangelischen Jugendvertretung Darmstadt, sowie Dr. Ralf Köbler vom Kirchenvorstand der Stadtkirchengemeinde.

Beim anschließenden Empfang würdigten Personen aus verschiedenen Stationen von Ulrike Schmidt-Hesses beruflichem Werdegang die scheidende Dekanin. Musikalisch gestalteten Joachim Enders am Flügel und der Sopranist Robert Crowe den Abend mit.

Bürgermeisterin Barbara Akdeniz würdigte, dass Ulrike Schmidt-Hesse dem Verständnis, dass Kirche und Glaube politisch seien, in tiefer Überzeugung eng verbunden gewesen sei. Sie habe eine offene Kirche gelebt, die Stadt in ihrer Willkommenskultur für und mit geflüchteten Menschen unterstützt und bei „Mahnwachen und Demonstrationen gegen den Krieg und für den Frieden begleitet, das Darmstädter Gedenkjahr und die Erinnerung an die Brandnacht aktiv mitgestaltet, sich für die Ökumene, den inneren Frieden in unserer Stadt und die Stärkung unserer Gemeinschaft aktiv eingesetzt“. Sie habe die offene Kinder- und Jugendarbeit gefördert, gesellschaftliche Debatten angestoßen und begleitet, sie habe die Evangelische Kirche in Darmstadt zu einem „eigenständigen, aber zugleich auch integralen und Darmstadt wohltuenden Teil der Stadtgesellschaft“ gemacht: „Darmstadt hat Glück gehabt, Sie als Dekanin zu haben und Sie haben dieses Darmstadt mitgeprägt.“

Bei der „Evangelischen Mission in Solidarität“, bei der Ulrike Schmidt-Hesse von 2006 bis 2014 Leiterin der Programmabteilung und stellvertretende Generalsekretärin war, sei ihr deren Internationalisierung und gleichberechtigte Beteiligung aller Mitglieder immer ein Anliegen gewesen, hob Generalsekretär Dr. Dieter Heidtmann hervor. Die Menschen erlebten in ihrer Arbeit „etwas vom Reich Gottes, vom Frieden, von der Liebe, von der Hoffnung in dieser Welt“, so Dr. Dieter Heidtmann.

Dass sie „beherzt und zupackend agiert“ habe und ihre Kompetenzen, ihren Perspektivenreichtum und ihre Leidenschaft eingebracht habe, lobte Dekan Joachim Meyer, der für die Dekaninnen und Dekane der Propstei Starkenburg sprach. Die Runde habe zudem von ihrer „ökumenische Spiritualität“ und ihrem „weltweiten Netzwerk“ profitiert. Als „sehr zuverlässige, immer ansprechbare, zugewandte und interessierte verantwortliche Person“ habe Pfarrer Uwe Wiegand Ulrike Schmidt-Hesse erlebt, der als Dienstältester für die Pfarrerinnen und Pfarrer im Dekanat sprach, hochgradig engagiert, glaubwürdig und „immer bereit zu der Verantwortung des eigenen Amtes zu stehen“. Ihren „Sinn für Gerechtigkeit“ hob Wiegand hervor, dass sie „ethisch und theologisch pointiert“ agierte und stets ihre „Stimme für die Schwachen“ erhob.  

Dr. Detlev Knoche, Leiter des Zentrums Ökumene, würdigte, dass sie mit der ihr eigenen Nachhaltigkeit und Verbindlichkeit „das ökumenische Profil der EKHN maßgeblich mitgeprägt“ habe in den 14 Jahren, in denen sie in unterschiedlichen Funktionen – als Regionalbeauftragte, als stellvertretende und als kommissarische Leiterin des früheren Amtes für Mission und Ökumene und als Studienleiterin im neu errichteten Zentrum Ökumene. Wichtig gewesen seien ihr dabei vor allen die Verknüpfung von konziliarem Prozess und der Ökumene der Konfessionen, die internationalen ökumenischen Partnerschaften sowie das interkulturelle Miteinander in den internationalen Gemeinden.

Dass die neue Dekanatsleitung auf Vielem, was sie angefangen oder gefestigt habe, aufbauen könne und wolle, versicherte Dr. Annette Laakmann. Mit großem Respekt blickte auch Dr. Raimund Wirth auf die sechs Jahre zurück, in denen er Ulrike Schmidt-Hesses Stellvertreter war. Viel gelernt habe er von ihr für das Dekaneamt, das er ab Mai übernimmt. Er würdigte ihr „ihr Auge für Details, ihren systemischen Blick auf Zusammenhänge, ihren starken Willen, gute Ergebnisse zu erzielen, und ihren theologischen Anspruch an ihre eigene Arbeit und an die der Kirche“.

Die frühere Präses Carin Strobel würdigte etwa Kompetenz, Fleiß und Selbstbeherrschung der Dekanin. Und dass diese den Fusionsprozess vorbildlich angegangen sei sowie auch alle anderen Aufgaben, ob Kernaufgaben, neu dazugekommene oder solche, „die wie ein Störfeuer plötzlich da waren“, so Carin Strobel, die Ulrike Schmidt-Hesse viele gute Wünsche mit auf den Weg in den Ruhestand gab. Die Mitarbeitenden des Dekanats erinnerten mit einer Fotopräsentation mit Musik an die vergangenen acht Jahre der Dekanin und verabschiedeten diese mit einem bildlichen Grußwort mit den Worten „Adieu, Madame“, bei dem sie viele gute Eigenschaften der Dekanin benannten. Wolfgang Kleber dankte ihr im Namen der Mitarbeitenden-Vertretung.

Ulrike Schmidt-Hesse dankte am Ende für alle Begegnungen, Zusammenarbeit und Weggemeinschaft. Sie erinnerte dabei an ihren 2018 verstorbenen Ehemann, ohne den sie ihren beruflichen Weg nicht in dieser Weise hätte gehen können, wie sie sagte.

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Porträt vor der Verabschiedung:

Christsein in einer pluralen, transformationsbedürftigen Welt
Ulrike Schmidt-Hesse geht als Dekanin in Darmstadt in den Ruhestand


Bis zum letzten Tag in ihrem Amt hatte sie noch einiges zu erledigen. Gleichzeitig nahm sich Ulrike Schmidt-Hesse Zeit zum Nachdenken, Bilanz ziehen, Revue passieren lassen. Ende April hat sie ihren Dienst im Dekanat beendet. Bis Ende Juli wird sie noch als Pfarrerin in einigen Projekten tätig sein, etwa bei der Veranstaltung 75 Jahre Darmstädter Wort, bevor sie vorzeitig in Ruhestand geht. Siebeneinhalb Jahre lang war sie Dekanin in Darmstadt. Jetzt, mit 65 Jahren, gibt sie das Amt weiter. Ende Januar wurden Dr. Raimund Wirth, ihr bisheriger Stellvertreter, zum Dekan und Sven Sabary zum stellvertretenden Dekan des neuen Evangelischen Dekanats Darmstadt gewählt. Am Donnerstag, 28. April, hat Propst Stephan Arras sie im Gottesdienst in der Stadtkirche verabschiedet und entpflichtet. Der Gottesdienst wurde auch live unter https://youtu.be/KvbhNrau7bg übertragen. Am 1. Dezember 2014 hatte die gebürtige Rheinhessin ihren Dienst als Dekanin des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Stadt mit Sitz im Offenen Haus in der Rheinstraße begonnen.

Seit Januar dieses Jahres leitete Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse gemeinsam mit Dekan Arno Allmann kommissarisch das neue Evangelische Dekanat Darmstadt. Zum 1. Januar waren die Evangelischen Dekanate Darmstadt-Stadt und Darmstadt-Land fusioniert. Mit viel Energie hat Schmidt-Hesse diesen Prozess zusammen mit ihren Mitstreiter:innen aus Stadt und Land mehr als fünf Jahre lang gestaltet. Dabei hat sie ihre Erfahrungen aus früheren Veränderungsprozessen fruchtbar gemacht. „Das neue Dekanat ist gut aufgestellt“, sagt Dekanin Schmidt-Hesse, „nun gilt es, die erarbeiteten Konzepte umzusetzen und in einem größeren Gestaltungsraum offene und öffentliche Kirche zu sein, die sich in vielfältiger Form für die Menschen und mit ihnen engagiert.“ Der Umzug des Dekanatsteils Stadt aus dem Offenen Haus in ein Interim in der Heidelberger Straße im Februar hat die Dekanin noch zusätzlich beansprucht. Anfang 2022 werden dann die Mitarbeitenden aus Stadt und Landkreis in den gemeinsamen Dekanatssitz in der Kiesstraße ziehen. Zwei konstituierende digitale Synoden mit vielen Wahlen zu Beginn des Jahres hat Ulrike Schmidt-Hesse mit vorbereitet, die ersten Sitzungen des neuen Dekanatssynodalvorstandes begleitet, Pfarrerinnen und Pfarrer eingeführt und verabschiedet, Übergabegespräche mit ihren Nachfolgern geführt. Jetzt ist sie gerade noch dabei, mit Pfarrerinnen und Pfarrern, Mitarbeitenden und Kooperationspartnern verschiedenste dienstliche Themen zu klären und sich persönlich zu verabschieden.

Der Krieg in der Ukraine hat sie in den letzten Wochen im Amt besonders gefordert. „Menschen in ihrem Erschrecken und mit ihren Fragen begleiten, sich einsetzen für ein Ende des Krieges und für Schritte zu einer neuen Friedensordnung und tatkräftig die Aufnahme von Geflüchteten unterstützen“, dies alles galt es zu koordinieren. Am Tage des Kriegsausbruchs gestaltete sie spontan mit dem katholischen Dekanat und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen eine Friedensandacht auf dem Luisenplatz, seitdem gibt es jeden Montag ein Friedensgebet auf dem Kapellplatz. Von Anfang an hat die Dekanin außerdem bei den samstäglichen Kundgebungen auf dem Friedensplatz gesprochen.

Auch wenn sie bis zuletzt noch voll gefordert war, fast jeden Abend bis zu ihrer Verabschiedung noch Termine hatte, kann sie sagen: „Es ist eine gute Entscheidung, den Dienst jetzt zu beenden.“ Dankbar blickt sie auf fast acht Jahre in Darmstadt. Erfahrungen aus ihren beruflichen Stationen davor habe sie in ihrem Amt als Dekanin gut einbringen können, sagt die Fünfundsechzigjährige. Sowohl aus dem Gemeindepfarramt, in dem sie als Vikarin in Wiesbaden und danach als ordinierte Pfarrerin zunächst in Heusenstamm, dann in Mainz-Kastel begann, als auch aus ihren Stellen in der Ökumene. Fast zehn Jahre lang war sie Regionalbeauftragte für Mission und Ökumene in der damaligen Propstei Nord-Starkenburg, danach Studienleiterin des Zentrums Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Bevor sie nach Darmstadt kam, leitete sie die Programmabteilung der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS), einer internationalen kirchlichen Gemeinschaft, in Stuttgart.

In ihren verschiedenen Aufgaben als Dekanin in Darmstadt war ihr stets wichtig, dass alle fünf Handlungsfelder der Kirche – Verkündigung, Seelsorge, Bildung, gesellschaftliche Verantwortung und Ökumene –  so gestaltet werden, dass die Glaubens- und Lebensfragen der Menschen gut aufgenommen werden. So hat sie sich für all diese Arbeitsbereiche und in ihnen engagiert. Mit der Seelsorge war sie besonders verbunden, auch angestoßen durch ihren 2018 verstorbenen Ehemann, der als Pfarrer lange in der Klinik- und Notfallseelsorge tätig gewesen war. Durch ihre leitenden Tätigkeiten im Zentrum Ökumene und bei der EMS waren ihr auch Management- und Verwaltungsaufgaben sehr vertraut.

Nah dran war sie stets an ihren Mitarbeitenden in der Verwaltung, an den Pfarrerinnen und Pfarrern, Gemeindepädagoginnen und Kirchenmusikern und anderen Haupt- und Ehrenamtlichen im Dekanat. Ihre offene und respektvolle Art wurde allseits geschätzt, genauso wie ihre sachkundige, stets gut vorbereitete, faire Art zu leiten, zu diskutieren und Entscheidungen zu treffen. „Dabei war mir wichtig, theologisch-geistliche Orientierung zu geben“, sagt die Dekanin. Sie brachte sich selbst profiliert ein und suchte stets den Dialog mit anderen, um zu gemeinsamen gut begründeten Positionen zu gelangen.

Als eine ihrer Grundkompetenzen nennt sie den „Umgang mit Vielfalt“ – von Personen, Gemeinden oder Systemen. In der Vielfalt selbst und darin, verschiedene Menschen zusammenzubringen, sah sie immer Potential. „Das habe ich in meinen ökumenischen Zusammenhängen gelernt“, so die Theologin, die in Frankfurt und Marburg evangelische Theologie und Erziehungswissenschaften studiert hat. Dass sie stets auf Augenhöhe agierte, gehört auch zu den ihr zugeschriebenen Eigenschaften. Genauso wie die verschiedenen Bereiche des Dekanats, die Gemeinden und die speziellen Handlungsfelder im Blick zu haben und diese untereinander und mit anderen Akteurinnen und Akteuren in der Stadt zu vernetzen. „Ich bin dankbar für viele gute Gespräche mit Pfarrerinnen und Pfarrern und in Kirchenvorständen“, sagt Schmidt-Hesse.

Wichtig war ihr, „christliches Zeugnis in einer pluralen Welt“ abzulegen, „in einer transformationsbedürftigen oder - theologisch gesprochen - erlösungsbedürftigen Welt“, wie sie sagt. Getragen habe sie dabei immer die „Hoffnung auf Leben in Fülle für alle Menschen und die ganze Schöpfung“. Die Teilhabe aller, gerade auch benachteiligter Menschen und das Engagement für eine nachhaltige Entwicklung hat sie gefördert. Mit dem regionalen diakonischen Werk hat sie etwa in der Gemeinwesenarbeit eng und gern zusammengearbeitet. In der Stadt präsent sein, das wollte Ulrike Schmidt-Hesse. Meist ging sie zu Fuß oder fuhr mit öffentlichen Verkehrsmitteln und kam dabei gern mit Menschen ins Gespräch. Regelmäßiger Austausch und Zusammenarbeit des Dekanats mit den Vertretern und Vertreterinnen der Stadt sowie anderer Organisationen, Einrichtungen und Initiativen waren ihr wichtig. Gern hätte sie Kontakte und Kooperationen noch ausgeweitet und vertieft, sagt sie. Da habe „die Pandemie leider vieles ausgebremst“.

Gern erinnert sie sich an Projekte wie die ökumenische Gestaltung des Reformationsjahrs 2017. Viel positive Rückmeldung bekam sie auf ihre Predigtreihen in der Stadtkirche wie etwa „Kirche im Dialog“ 2018 und 2019, zu denen sie bekannte Vertreterinnen und Vertreter der Stadtgesellschaft einlud. Wichtig waren ihr auch der ökumenische Friedensgottesdienst zur Brandnacht am 11. September und das Gedenken am 9. November in der Synagoge. Auch beim Schlossgrabenfest oder bei Projekten der Diakonie, der Stadtakademie oder im interreligiösen Dialog und bei vielen Mahnwachen gegen Antisemitismus, Rassismus und Gewalt war sie präsent. Am Herzen lag ihr besonders die Arbeit für und mit Geflüchteten im Dekanat, für die sie auch die Errichtung einer Stelle initiierte. Die Kinder- und Jugendarbeit in den Gemeinden, im Stadtjugendpfarramt und in der offenen Arbeit, etwa im Jugendhaus *huette unterstützte sie ebenfalls aktiv. „All dies wäre nicht möglich gewesen ohne die konstruktive vertrauensvolle Zusammenarbeit im Dekanatssynodalvorstand“, sagt Schmidt-Hesse, „und nicht ohne die vielen engagierten Haupt- und Ehrenamtlichen.“

Bei all dem, wie auch in innerkirchlichen Strukturfragen, stand bei ihr immer der Auftrag der Kirche im Vordergrund: Menschen mit der christlichen Botschaft zu ermutigen, zu trösten und herauszufordern. Das Motto des Dekanats Darmstadt-Stadt, „Suchet der Stadt Bestes“, war ihr eine wichtige Leitlinie, wie Ulrike Schmidt-Hesse sagt: „Kirche soll Hoffnungsträgerin für die Menschen sein.“

Die scheidende Dekanin blickt auf erfüllte und erfüllende Jahre in Darmstadt zurück, aber es gab auch „harte Zeiten“, sagt sie. Vermissen wird sie viele intensive Kontakte mit Menschen in den Gemeinden und Diensten und darüber hinaus. Sie freut sich nun darauf, frei von Termindruck ihre Zeit zu gestalten. „Mehr mit meiner Tochter zusammen sein, Freundschaften pflegen, lesen, wandern und das kulturelle Leben in Darmstadt und Region genießen“ hat sie sich fest vorgenommen. Und sie hat verschiedene Möglichkeiten im Auge, sich in der Region und im internationalen Kontext ehrenamtlich zu engagieren. Sich für ein gutes Zusammenleben einzusetzen, gehört zu ihrem Selbstverständnis als Christin und Bürgerin dazu.  

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