Fußballer Gerhard Kleppinger zu Gast im Gottesdienst
Gerhard Kleppinger und Pfarrer Joachim Schauß
02.02.2026
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„Zum Fußball gehört viel Demut“
Der frühere Profi Gerhard Kleppinger bei „Gott um elf“ in Ober-Ramstadt
Einen prominenten Fußballer aus Ober-Ramstadt hatte die Evangelische Kirchengemeinde am Sonntag zu Gast: Gerhard „Kleppo“ Kleppinger stellte sich im Gottesdienst „Gott um elf“, den die Kirchenband mitgestaltete, den Fragen von Pfarrer Joachim Schauß. Vor knapp 100 Besucherinnen und Besuchern erzählte der frühere Fußball-Profi und jetzige Trainer aus seinem Leben.
Dass er als talentierter Jugendlicher schneller, als ihm lieb war, in die A-Jugend des SV Darmstadt 98 „hoch bugsiert“ wurde, erzählte der Siebenundsechzigjährige, genauso wie, dass er schon bald in die erste Mannschaft sollte. „Mir war schon mulmig“, so Kleppinger. Acht Jahre blieb er bei den Lilien und stieg mit ihnen 1978 in die erste Bundesliga auf. Weiter erzählte Kleppinger anschaulich von seinen Stationen als Profi zunächst bei Hannover 96, seiner „heimlichen Liebe“, beim Karlsruher SC und bei Schalke, nach Karlsruhe schon immer sein „Faible“.
Dass er sich in dem einen Jahr bei Dortmund nicht wohl gefühlt habe, berichtete Kleppinger offen. Sein „größter sportlicher Erfolg“ sei die Teilnahme bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul gewesen, wo die deutsche Mannschaft die Bronze-Medaille erzielte.
Nach drei Jahren bei Bayer 05 Uerdingen kehrte er zu den Lilien nach Darmstadt zurück, wo er 1994-1996 als Spielertrainer eine neue Mannschaft aufbaute, was eine „gute Zeit“ für ihn gewesen sei. Danach trainierte er unter anderem den FC St. Pauli und den FSV Frankfurt und wurde noch einmal für zweieinhalb Jahre Cheftrainer der Darmstädter Lilien. Seit 2012 ist er in verschiedenen Funktionen für den langjährigen Zweitligisten SV Sandhausen tätig.
Auf die Frage von Pfarrer Joachim Schauß, was Gerhard Kleppinger vom Fußball fürs Leben gelernt habe, antwortete dieser: „Zum Fußball gehört viel Demut.“ Man könne es nicht allein schaffen, sondern brauche „viele Unterstützer“, etwa vom Verein selbst, von den Mitspielern, vom Elternhaus, von der Familie. „Aber auch den lieben Gott muss man mit im Boot haben, der alles lenken kann“, so Kleppinger.
Ihm sei außerdem wichtig gewesen, alle Menschen in seinem Umfeld gut zu behandeln - ob die Mannschaftskameraden, den Zeugwart oder den Masseur. Auch sei ihm wichtig gewesen, „die Kabine sauber zu verlassen“, das habe etwas mit Respekt zu tun. Joachim Schauß drückte seine Anerkennung aus, dass Gerhard Kleppinger von Demut und Werten in seiner Fußballwelt sprach. Zudem hob Kleppinger die Kraft der Völkerverständigung durch den Fußball hervor: „Fußball kann viele Kulturen miteinander verbinden.“
Welche Rolle der Glaube beim Fußball spiele, wollte Schauß von Kleppinger wissen, und nannte Beispiele von Spielern, die öffentlich vor dem Spiel beteten. Kleppinger habe „lieber gebetet, wenn keiner zuschaute“. Für ihn sei das Beten etwas Innerliches und sollte nicht zur Schau gestellt werden. Er habe manches Stoßgebet vor einem Elfmeter gesendet, mit einfachen Worten. „Es war mir immer wichtig, mit Gott in Verbindung zu sein, dann hilft er dir auch“, so Kleppinger, „wenn nicht gleich, dann beim nächsten Mal.“
So sang die Gemeinde zum Schluss noch die Stadionhymne „You’ll never walk alone“, bevor Pfarrer Joachim Schauß seinen Gast mit Ober-Ramstädter Kirchwein und dem Buch „Wie der Fußball auf die Welt kam“ zum Dank verabschiedete. Die Kollekte kam dem Jugendförderverein (JFV) Lohberg, einem Zusammenschluss der Fußballjugend aus Modau, Ober- und Nieder-Ramstadt, zugute.
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